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Leseprobe

Irritiert sah sie zu Anuschka hinüber, die jetzt mit Jörg tanzte, und diese nickte ihr nahezu unmerklich
zu. Da war Anja alles klar. Ihre Freunde hatten doch eine Brautentführung geplant, obwohl sie sich im
Vorfeld vehement dagegen ausgesprochen hatte. Jedoch schienen Jörgs Freund Fabian und dessen
Clique die Drahtzieher des Ganzen zu sein. Ein leichtes Unbehagen erfasste sie, als Fabian sie recht
derb am Arm packte und mit nach draußen zog. Dort warteten, im Halbdunkel der bereits
hereinbrechenden Abenddämmerung, schon Kai Abraham, Tobias Oswald sowie ein weiterer junger
Mann, den sie noch nicht kannte, der aber vermutlich auch aus Jörgs Clique war und sich kurz mit:
„Hallo, ich bin Heiko“ vorstellte.
Hätte ich nur im Vorfeld mit Kai geredet, dachte sie. Er war der vernünftigste in der Clique, er hätte
sie vielleicht verstanden, und ihr wäre dieser Blödsinn erspart geblieben. Sie biss dann aber die
Zähne zusammen und dachte: Na ja, da muss ich jetzt durch.
Aber Jörgs Freunde ließen ihr kaum Zeit zum Nachdenken, denn Fabian Junker, der ihr Wortführer zu
sein schien, sagte: „Schnell weg hier, bevor noch irgendeiner den Braten riecht.“
Dann rannten sie über den Münsterer Kirchplatz zur Frankfurter Straße hin, und Anja, der nichts
anderes übrigblieb als mitzuspielen, wollte sie nicht als Spielverderberin dastehen, musste ihnen
notgedrungen folgen. Dass sie sich dabei beinahe ihre sündhaft teuren High Heels ruinierte, mit
denen sie mehrfach im Straßenpflaster hängenblieb, ärgerte sie besonders.
Unwillkürlich kamen ihr dabei die Worte ihrer älteren Schwester Karin in den Sinn, die ihr geraten
hatte, wenigstens ihr Hochzeitskleid gegen etwas Bequemeres einzutauschen. Denn bei deren
eigener Brautentführung waren Kleid und Schuhe auf der Strecke geblieben.
„Karin, jetzt weiß ich, was du gemeint hast“, murmelte sie, und Fabian Junker, der sie fast schon
unerbittlich mit sich zog, fragte misstrauisch: „Ist was?“
„Nein, alles gut.“
„Dann komm endlich und trödele nicht.“
„Meine schönen Schuhe…“
„Diese hochhackigen Dinger wirst du ab morgen bestimmt nicht mehr anziehen“, sagte er barsch und
zog sie weiter mit sich.
Nur wenige Sekunden später kamen sie am ersten Lokal vorbei, und Heiko fragte: „Was haltet ihr
hiervon?“
„Spinnst du? Da findet Jörg uns sofort“, antwortete Kai entrüstet, aber Heiko sagte trotzig: „Ich hab‘
aber Durst.“
„Dafür ist später noch Zeit“, meinte Tobias, „also, wohin des Weges? Anja, wo findet uns dein Mann
nicht so schnell?“
Die Angesprochene tat, als müsste sie überlegen, und sagte dann: „Gut zweihundert Meter die
Frankfurter rauf, beim Griechen im Biergarten. Da ist es samstags immer proppenvoll, da entdeckt er
uns nicht gleich.“
„Gute Idee“, stimmte Fabian überraschend schnell zu.
Das hat ja prima geklappt, dachte Anja. Da sucht er garantiert als Erstes. Während sie die leichte
Steigung der Frankfurter Straße erklommen, bat Tobias eindringlich: „Geht doch mal ein bisschen
schneller, sonst hat er uns gefunden, bevor wir dort sind.“ Aber Anja erklärte schnaufend: „Ich kann
nicht mehr.“
Sie trug sonst nur flache Schuhe und hatte mit diesen ewig hohen Absätzen ihre liebe Mühe mit den
anderen Schritt zu halten. Sie hatte inzwischen wirklich genug.
„Stell dich nicht so an, schöne Braut, wir sind ja fast da“, sagte Fabian ungerührt und viel zu laut,
dann zog er sie gnadenlos mit, der kleinen Sackgasse unterhalb des Biergartens entgegen.
Gerade als sie die kleine Straße überqueren wollten, kam aus der inzwischen vollends
hereingebrochenen Dunkelheit ein Auto herangeschossen. Fabian, Tobias und Heiko blieben
ruckartig stehen, was Anja nicht gelang. Sie geriet mit einem ihrer Pfennigabsätze in eine Ritze
zwischen den Gehwegplatten, kam ins Straucheln, konnte sich aber noch auf dem Gehweg halten, bis
sie für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl hatte, einen heftigen Stoß in den Rücken erhalten zu
haben. Sie kippte nach vorn und prallte gegen die Tür des Wagens, dessen Seitenspiegel ihren Kopf
streifte und sie zur Seite schleuderte.
Während sie zu Boden ging und augenblicklich das Bewusstsein verlor, traf es Kai Abraham noch
schlimmer. Er hatte sich schon beim Sektempfang ausgiebig bedient und sich den ganzen Abend
weitaus mehr flüssig ernährt als die anderen. Infolgedessen war er auch aufgekratzter und vor allem
weniger aufmerksam. Fröhlich lachend hatte er als Erster die Fahrbahn betreten. Bis er den Wagen
bemerkte, war es zu spät.
Der Fahrer versuchte nicht einmal zu bremsen, er hielt einfach drauf. Er erfasste Kai frontal,
schleuderte ihn einige Meter weit durch die Luft und bog mit heftig auf dem Asphalt radierenden
Reifen in die Frankfurter Straße ein. Kurz darauf war das Auto verschwunden. Kai knallte jedoch im
gleichen Augenblick auf die Straße und traf dabei mit dem Genick so unglücklich auf die
Bordsteinkante…