Meeresrauschen für Lara (März 2009). Ein Frauen-, Arbeitswelt- und Mallorca-Roman

Romanbeschreibung

Die dreißigjährige Lara ist unzufrieden mit ihrem Leben. Seit dem Tod ihrer Mutter hat sie sich fast nur noch um ihre Arbeit gekümmert und ist zunehmend vereinsamt. Und selbst die Freude über den beruflichen Erfolg ist nicht ungetrübt, denn ihre bösartige Kollegin Patricia macht ihr und dem Rest der Belegschaft den Arbeitsalltag zur Hölle Zusammen mit ihrer Freundin Silke, die ebenfalls eine schwere Zeit durchmachen musste, beschließt Lara ganz neu anzufangen und das Leben wieder zu genießen. Als sie zusammen nach Mallorca reisen und dort durch Zufall auf die inzwischen entlassene Patricia treffen, erfahren sie. dass das Schicksal auch dieser Frau übel mitgespielt hat. Doch anders als Lara und Silke schafft es Patricia nicht, dem Abwärtsstrudel zu entkommen. Es kommt zu einer Katastrophe…

Der Roman umfasst annähernd dreihundert turbulente, manchmal dramatische, aber hin und wieder auch zum Schmunzeln anregende Seiten, welche neben dem Arbeitsalltag auch die Lebensgeschichten dreier Frauen zwischen dreißig und vierzig Jahren schildern. Im Zentrum des Romans steht das gute halbe Jahr im Leben dieser Frauen, in dem sich ihre Zukunft entscheidet.

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Leseprobe

In der Zwischenzeit war Patricia Pletschs Stimmung auf einem Tiefpunkt angekommen, wie es ihn vorher in ihrem Leben noch nie gegeben hatte. Seit dem frühen Nachmittag hatte sie auf der Couch gegammelt. Zwar wollte sie nach dem Verweis von Timpe die Firma zuerst gar nicht verlassen, aber nachdem sie vor der Toilette mit Silke Jansen und Lara Bräunig zusammengestoßen war, war ihr die Lust, noch länger dort zu bleiben, gründlich vergangen. Sie war mit der Bahn nach Hause gefahren und hatte seitdem einige Tabletten, zwei Flaschen Sekt und weiß der Teufel wie viele Ramazottis verdrückt. Nur gegessen hatte sie an diesem Tag noch keinen Bissen. Sie tat sich selbst unendlich leid. Mit zitternden Fingern hielt sie das Foto ihres tödlich verunglückten Freundes in den Händen.

Ach, Andreas, warum musstest du nur sterben, dachte sie. Wir hätten doch noch so vieles gemeinsam erleben können. Aber so musste diese blöde Kuh mir meinen Freund nehmen. Ausgerechnet du, Angela, musstest ihn mir nehmen.

Eine Woge des Hasses gegen ihre ehemalige Arbeitskollegin und gute Bekannte Angela wallte in ihr hoch, aber sie übersah großzügig, dass sie an der Misere nicht ganz unschuldig war. Denn mit ihrer fast schon krankhaften und bis dahin völlig unbegründeten Eifersucht hatte sie Andreas auf einer Betriebsfeier, bei der auch Angehörige teilnehmen durften, direkt in die Arme von Angela Neumerker getrieben. Patricia war noch nie sehr freizügig mit dem Begriff Freundschaft umgegangen und ihre Sympathie zu erringen galt als schwierig. Aber Angela hatte es geschafft. Bis zu jenem Abend, vor einigen Jahren im Oktober, als die Sympathie, die sie für ihre Kollegin empfand, in abgrundtiefen Hass umschlug. Von diesem Tag an hatte Angela nichts mehr zu lachen. Weder in der Firma noch nach Feierabend. Tagsüber machte Patricia sie zum Gespött des Raucherraumes, der Abteilung und schließlich sogar fast der ganzen Firma. Lediglich die hohen Herren, zu denen sie auch Timpe zählte, wussten von nichts. Im Timpes Fall war das auch nicht weiter verwunderlich, denn sehr lange hatte Angela nicht in seiner Abteilung gearbeitet. Nur wenige Wochen nach dieser Betriebsfeier zog Andreas zu seiner neuen Flamme Angela und Patricia machte daraufhin ihrer Kollegin das Leben derart schwer, dass sie nur zwei Monate später das Handtuch warf und entnervt aufgab. Angela und Patricia wechselten seit diesem Tag kein Wort mehr miteinander, obwohl Patricia ständig bei den beiden anrief. Wenn Angela ans Telefon ging, legte sie wieder auf. Aber wehe, Andreas war dran. Dann bettelte sie oder drohte. Weinte oder stieß wüste Beschimpfungen aus. Aber es half alles nichts; Andreas kehrte nicht zurück zu ihr.

Irgendwann, einige Monate später, war sie kurz davor aufzugeben. Doch dann kam ihr zu Ohren, dass Angela schwanger sei und Andreas Vater würde. Das konnte doch nicht wahr sein. Denn schließlich war es immer Andreas gewesen, der zu ihr gesagt hatte, dass er keine Kinder wolle…