Die Taunus-Ermittler (Band 6) – Tödliche Neugier (Juni 2015)

Romanbeschreibung

Gernot Hirsch ist ein Querulant und Denunziant, der sich nicht nur mit Stefans Familie, sondern mit der halben Stadt anlegt. Und seine Frau ist kein bisschen besser. Eines Tages werden die beiden erschossen in ihrer Wohnung gefunden. War es der Sohn, der zeitlebens unter ihrer Tyrannei zu leiden hatte, oder einer der zahlreichen Bürger Kelkheims, denen sie mit ihren notorischen Anzeigen das Leben schwer machten.

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Leseprobe

„Doch, doch, es ist nur…“, druckste Peter herum, und Dr. Pfannmöller fragte scharf: „Zum Donnerwetter, was ist denn los?“

„Ich hab’ irgendwie ein dummes Gefühl in der Magengegend, weil ich Stefan an dem Ort, an dem wir vielleicht die Beweise für den wahren Mörder der Hirschs finden, alleingelassen habe. Immerhin ist der Mann schon einmal mit äußerster Brutalität vorgegangen, als er sich in die Ecke gedrängt fühlte.“

„Glaubst du, Stefan ist in Gefahr?“

„Glauben ist zu viel gesagt. Es ist, wie ich schon sagte, so ein Gefühl.“

„So bist du für mich auch keine große Hilfe. Fahr schon zurück, ich bleibe hier. Wenn ihr beiden den Fall Hirsch schnell und ordentlich zu Ende bringt, dann ist uns damit am allermeisten gedient.“

„Danke, Burkhard, das hätte mir einfach keine Ruhe gelassen.“

„Nun fahr schon, bevor du das Zielobjekt mit deiner hektischen Art noch verscheuchst“, sagte der Anwalt schon wieder lachend, und Peter stieg zurück in seinen Wagen. Wenige Augenblicke später war er mit Vollgas auf dem Weg zurück nach Kelkheim.

Unterdessen war Stefan fündig geworden. Es hatte eine Weile und einige Nerven gekostet, bis er den richtigen Karton unter den heruntergefallenen gefunden und vor sich auf dem Schreibtisch stehen hatte. Die Datumsangaben auf den Zetteln, die jedem Foto angeheftet waren, kamen dem gesuchten Zeitpunkt immer näher, dann endlich hatte er die Bilder in der Hand, die der bewussten „Fotosafari“ Hirschs zuzuordnen waren. Alle waren sie da. Horst Schneider, Domenico Baruzzi, der dem Steuerberater wirklich einen Koffer übergab, und auch Jim-Bob Parker, der damit nachweislich nicht auf einer italienischen Autobahn unterwegs gewesen war, wie er es der Polizei gegenüber behauptet und mit Quittungen für die Autobahngebühr, scheinbar belegt hatte. Parker schien auf dem Foto dem Steuerberater irgendetwas zu übergeben, was nicht zu erkennen war. Das musste mit einer Lupe genauer untersucht werden.

„Ich werde den ganzen Karton mit nach Hause nehmen“, murmelte Stefan, „denn ich bin gespannt, was auf den Fotos sonst noch zu sehen ist.“

Dann griff er zu seinem Handy, um Claus Mergentheimer anzurufen. Was mit den Aufzeichnungen des alten Hirsch in ihrem Büro passiert war, durfte sich mit den Fotos nicht wiederholen.

Der Mörder stand bis zum Äußersten angespannt auf seinem Beobachtungsposten und sah durch sein Fernglas deutlich, wie der Detektiv zusammenzuckte. Was das bedeutete, war klar: Nun wurde es ernst. Er machte sich bereit, das letzte Beweisstück zu vernichten, und obwohl auch der Schnüffler das nicht überleben sollte, setzte er zur Sicherheit noch eine Sturmhaube auf. Zögernd entschied er sich, nicht seine eigene Waffe, sondern die alte Pistole, die er bei Hirsch mitgenommen hatte, zu benutzen und nahm sie aus dem Handschuhfach seines Wagens. Danach holte er den Fünf-Liter-Benzinkanister aus dem Kofferraum und marschierte los.

Dabei kam es ihm sehr gelegen, dass es ein kühler und trüber Nachmittag mit einer geschlossenen Wolkendecke war, denn so war kaum jemand auf der Straße unterwegs, und er brauchte, wenn er etwas Vorsicht bewahrte, keine Zeugen für sein Tun zu fürchten.

Noch bevor Stefan reagieren konnte, war der Mann bei ihm in der Garage und hatte das Schwingtor hinter sich geschlossen. Eine energische Bewegung mit der Pistole genügte, um Stefan klarzumachen, dass es erst einmal geschickter war, den Anweisungen des Mannes Folge zu leisten und sich in die Ecke zurückzuziehen, in die der Lauf der Pistole zeigte.

„Schieb die Reifen her!“, sagte der Mann, dessen gefährlich drohende Stimme Stefan sofort erkannte, und er tat, was er von ihm verlangte.

Dann drückte der Mann ab.

Mit der Verzögerung von einer Sekunde bemerkte er, dass die Pistole eine Ladehemmung hatte, und trat einen Schritt auf den völlig paralysierten Stefan zu. Dann zog er ihm den Pistolenknauf über den Kopf.

Noch während Stefan zu Boden ging, bemerkte er, wie das Blut aus seiner aufgeplatzten Augenbraue ihm übers Gesicht rann. Die Wut, die ihn packte, verhinderte, dass er ohnmächtig wurde. Mühsam rappelte er sich hoch und bemühte sich, dabei keinen Lärm zu machen, denn der Mann war so sehr damit beschäftigt, die alten Reifen, den Schreibtisch und alle Regale mit Benzin zu übergießen, dass er Stefan nicht beachtete.

Mit einem Zornesschrei stürzte sich Stefan auf den völlig verblüfften Mann, der im anschließenden Gerangel den Benzinkanister verlor, der auf den Schreibtisch fiel und dabei weiter auslief.

Dann drehte sich der Mann zu Stefan um und traf ihn dabei so unglücklich mit der Pistole an der Stirn, dass dieser erst einmal wie ein nasser Sack zu Boden ging. Als er sich wieder aufrappeln wollte, verlor er nach einem weiteren Schlag endgültig das Bewusstsein. Der Mann zündete mit seinem Feuerzeug das mit Benzin durchtränkte Tischbein des Schreibtisches an, und als die Flammen fast bis zur Decke hinaufschlugen,…